Eigenkapital in der Bilanz

Hallo Leute,

beim bilanzierungstechnischen Vergleich zwischen meinen beiden Unternehmungen Lvivska RA und Aurea Astana ist mir aufgefallen, dass das Konto 3000 (Eigenkapital) nie angesprochen wird. Liegt hier möglicherweise ein Fehler vor? Lvivska Regionalna Aviakompania ist ein börsennotiertes Unternehmen, hier ist es akzeptabel, wenn das Konto 3000 (Eigenkapital) ersetzt wird durch das Konto 3100 Aktienkapital. Bei meinem kleinen Privatunternehmen Aurea Astana hingegen, das nicht an der Börse notiert ist, wurde kein Kapital in Form von Aktien verwendet/ ausgegeben. Dennoch wird hier ebenfalls das Konto 3100 (Aktienkapital) anstelle von 3000 (Eigenkapital) angegeben.

Nach meinem Verständnis müsste das Gründungskapital des Unternehmens im Sinne einer GmbH als Eigenkapital gelten, unabhängig von einem Börsengang und unabhängig vom Kapitalgeber, in dem Fall immer die Holding. Oder anders gefragt: Wann wird das Konto 3000 angesprochen - falls überhaupt?

LG Antares

Ohne jetzt große Kenntnisse von der Materie zu haben, kann es sein, dass jedes Unternehmen als AG und nicht als GmbH gegründet wird? Falls das Unternehmen noch nicht an der Börse notiert ist, sind eben 100% der Aktien im Besitz des Mutterunternehmens. Somit wäre das Verfahren schon richtig.

Die Frage was Konto 3000 dann für eine Aufgabe hat, kann ich leider auch nicht beantworten.

Das wäre die einzig logische Erklärung, denn das Konto 3000 wird nur im Mutterkonzern (Holding) angesprochen. Allerdings werden die Töchter ja nicht wirklich als AG gegründet, sondern als GmbH, denn Dividende von Aktien im Falle eines Gewinns werden ohne Börsengang nicht gezahlt…

LG Antares

Rein vom Begrifflichen her könnte man im Deutschen das "Aktienkapital" durch "gezeichnetes Kapital" ersetzen. Das gezeichnete Kapital entspricht bei einer AG dem Grundkapital (-> was man eben auch als Aktienkapital bezeichnet), bei der GmbH heisst es Stammkapital. Von der grundsätzlichen Definition her ist es evtl. irreführend aber nicht falsch.

Das gezeichnete Kapital, Aktienkapital/Grundkapital oder Stammkapital ist ein Teil des Eigenkapitals. Das Eigenkapital gliedert sich aus handelsrechtlicher Sicht in unterschiedlichen Positionen auf, neben dem gez. Kapital die Kapitalrücklagen, die unterschiedlichen Formen von Gewinnrücklagen, Gewinn-/Verlustvortrag und dem Jahresüberschuss /-fehlbetrag. Logischerweise ist somit das hier beschriebene "Aktienkapital" als Unterkonto des Eigenkapitals zu betrachten.

Es ist eben hier vereinfacht dargestellt, zum einen damit jeder das Grundprinzip dahinter versteht (nicht jeder blickt durch eine handelsrechtliche Aufteilung des Eigenkapitals durch), zum anderen müssten wir auch Unterschiede in der Bilanzgliederung in anderen Ländern berücksichtigen was den Rahmen sehr weit sprengen würde.