Leasing

Hallo zusammen,

ich möchte einen Verbesserungsvorschlag im Bereich Leasing machen. Schnellleser können die Hintergrundinfos überlesen. ^^ Über eine Diskussion würde ich mich freuen.

Hintergrund:

Ich führe den Erfolg und insbesondere das schnnelle Wachstum meiner Cargo-Airline zu einem großen Teil auf die günstigen Leasingkonditionen zurück. Als Betreiber neuer Flugzeuge ist für mich die Anschaffung von kreditfinanzierten Maschinen keine Alternative, da ich eine höhere Kapitalbindung, höhere EK-Kosten aber vor allem auch höhere FK-Kosten habe. Die Kreditfinanzierung bildet dabei die Realität einigermaßen vernünftig nach (bzw. sind Rating und Kreditvergabekriterien ein anderes Thema). Leasing hingegen ist insofern realitätsfremd, als das die Leasingrate in der Realität nicht fix sondern abhängig vom Rating- und Geldmarktzins sind. Dabei ist die Leasingrate in der Regel teuerer als der Geldmarktzins, da der Betrag nicht EK, sondern (bilanzunwirksam) FK finanziert ist. Somit zeigt sich das Leasing grundsätzlich, auch wegen der ausbleibenden Abschreibung in der GuV, als vorteilhaft.

Bis vor kurzem war der Zinssatz auf Fornebu historisch niedrig, somit war der Unterschied noch überschaubar. Mit steigendem Zinssatz hingegen stört der Unterschied, da eine realitätsnahe unternehmerische Entscheidung kaum möglich ist. Ich bin mir bewusst, dass ich mir das Leben mit dem Vorschlag selber schwerer mache, finde dies aber für die Wirtschaftsinteressierten unter uns eine erhebliche Bereicherung, weil die Einflussnahme auf Bilanzkennzahlen so wieder Spaß machen könnte und strategische Optionen eröffnet.

Vorschlag:

  • Variabilisierung des Leasingzinses (aller zukünftig geleasten Maschinen*) auf Basis des Geldmarktzinses und des Ratings. Der Einfachheit halber vielleicht Leasingrate = Flugzeugwert x (Geldmarktzins + A x Ratingaufschlag Kredit) + B x Abschreibung
  • Um den Aufschrei gering zu halten

A: Noch festzulegende Steuergröße inwieweit sich das Rating auswirken soll)

B: Noch festzulegende Steuergröße inwieweit sich die Abschreibung auswirken soll

A und B sind meiner ersten Einschätzung nach aber ‘nahe bei’ 1

Anmerkung:

  • Ich vermute der Vorschlag passt sich einigermaßen an bereits in der Datenbank hinterlegte Werte an, was eine Implementierung erleichtern könnte. Einen Unterschied sehe ich momentan nur darin, dass die Leasingrate im Einzelfall kalkuliert werden muss. Dies ist aktuell bei der kreditfinanzierten Variante auch so.

  • In diesem Zusammenhang lasse ich auch die tatsächlichen Bilanzierungsvorschriften außen vor, die bei einem Capital Lease Modell eine Aktivierung des Leasingbarwertes vorsehen, dem eine langfristige Verbindlichkeit gegenüber steht. Ein Aspekt, den man vielleicht berücksichtigen könnte, falls irgendwann Bilanz und GuV überarbeitet werden.

Viele Grüße

FlyHigher

So, ihc habe die Hintergrund Info gelesen :wink:

Finde Deinen Vorschlag überlegenswert, gebe aber einen Punkt dazu, den man berücksichtigen muss:

  • Umsetzung erst ab neuen Spielwelten

Warum?

Es sollen ja auch "alte" Spielwelten interessanter bleiben für neue Spieler.

Wenn ich dann aber auch noch höhere Leasingraten zahlen muss, als der Big Player nebenan, welche Chance hab ich dann überhaupt noch?

Und im Normalfall hat eine etablierte Airline beste Konditionen bei Krediten und dann eben auch beim Leasing.

@webbster: Danke für’s Lesen. :) In Sachen Implementierung erst ab neuer Welt muss ich dir Recht geben. Leider.

Erst mal Danke für den detaillierten Vorschlag (bin auch ein Hintergrund-Leser…). Grundsätzlich prima Idee - aber ich möchte mal tiefer ansetzen:

Das Problem ist, dass es in AS kein einheitliches Fiskal-Jahr gibt. Die Abschreibung (und die Alterung der Maschinen) bezieht sich auf das echte Jahr. Verzinsung und Renditen hingegen auf die Woche! Man hat hier also eine Zeitmaßstabs-Verzerrung vom Faktor 52 drin. Und das erklärt auch, warum Kauf derzeit so wahnsinnig viel teurer ist als Leasing.

Ich habe immer dafür plädiert, eine einheitliche Fiskalperiode einzuführen, am geeignetsten erscheint mir der Monat. Das wäre ein Zeitmaßstab 1:12, damit wäre das Spiel gut sielbar (Emirates brauchte von der Gründung bis zur Groß-Airline 30 Jahre - das wären 2,5 AS-Spieljahre. Gar nicht so unrealistisch)

Dann muss man überlegen: Was ist überhaupt der "Sinn" von Leasing und Kauf? Leasen tue ich, wenn ich etwas nur absehbare Zeit brauche, oder nicht finanzieren kann. Vorteile, die ihren Preis haben. Leasing muss also eine Ecke teurer sein als Kauf (sonst würde es sich für Leasinggeber ja nicht lohnen!), dafür muss Kauf aber den Nachteil der Unflexibilität haben (also Schluss mit der derzeitige Praxis, dass Maschinen nach 2 Wochen automatisch abgekauft werden). Kauf/Leasing als strategische Entscheidung, mit dem Risiko sich zu irren, würde dem Spiel mehr Würze geben.

Soll das Rating wirklich in den Leasingpreis einfließen? Es gab mal die Regelung, dass man nur ab BB-Rating (oder so) leasen konnte - was bei Anfängern für viel Frust sorgte. Zudem muss man gerade in Krisenzeiten oft die Flotte umbauen; wenn man dann nicht leasen kann, ist der Spielspass schnell im Keller. So realistisch eine flexible Leasingrate sein mag, ich frage mich ob er dem Spiel nicht eher schaden würde. Zumindest müsste man den Faktor A in deiner Rechnung gut durchdenken.

Danke für den Beitrag. Interessante Anmerkungen!

Im Thema Fiskaljahr bin ich voll bei dir. Auch was den vorgeschlagenen Modus betrifft. Ich glaube aber, wenn man das angeht, dann gibt es noch eine Reihe mehr Punkte rund um die Finanzwelt die aufzugreifen sind. Ich glaube ich sammle bei Gelegenheit mal. Und lasses es hier, sonst wird der Thread unleserlich. ^^

Als Grund für das Leasing würde ich definitiv noch anführen "nicht leasen will", was durchaus eine strategische Option ist. EK ist - außer in AS, wo Dividenzahlungen eher überschaubar sind - in der Regel auch teuer und knapp. Zumindest wenn kein Staat hinter einer Airline steht.

Was den Flugzeugmarkt betrifft, auch ein ganz klares ja. Mit 2 Wochen sind Fehlinvestitionen wirklich nicht schmerzhaft genug. Einen Spieler auf Ewigkeit an seine Maschine zu binden, finde ich aber auch keine Lösung. Ebensowenig würde mich ein Gebrauchtmarkt reizen, bei dem Angebot und Nachfrage den Preis bestimmt. Vielleicht wäre ein Abschlag bei einem forcierten Verkauf eine Option. Schwierig.

Also von der Sinnhaftigkeit der Einbeziehung des Ratings bin ich überzeugt. Was die Ausgestaltung betrifft, sehe ich das aber wie du. Das man garnicht leasen kann ist wohl für beide Szenarien (Krise/Anfänger) zu hart. Aber wenn eben das Unternehmen / das Rating desolat ist, dann ist es auch fraglich, was es bringen soll, sich auf dem Umweg des Leasings neue Maschinen zu beschaffen. Da braucht es einen guten Mittelweg.Umgekehrt regt ein unattraktiverer Leasingmarkt bei gewachsenen Unternehmen vielleicht auch dazu an, etwas Risikovorsorge zu betreiben und so Krisen zum Teil aus den Rücklagen meistern zu können. Denn wenn ich mir meine Airline anschaue, ist diese nur aufgrund ihrer Größe einigermaßen sicher, nicht aber aufgrund der Kapitalstruktur.

Und als Ergänzung: Denkbar ist auch eine Leasinggebühr. Das macht Leasing auch weniger attraktiv und macht es sinnvoller Weise schwerer seine Investitionsentscheidungen von heute schon wieder morgen zu überdenken.

Ach, und mir fällt auf, dass ein neues Leasingsystem, egal wie es aussieht, interessante Cheatoptionen bietet. Ich denke hier ist im Falle einer Änderung auch etwas Hirnschmalz gefragt.