Cargo profitabel gestalten

Guten Tag, werte CEOs!

Ich hoffe, ich starte nicht ein altes Thema neu, leider konnte mir die Suchfunktion hier nicht zur Gänze helfen.

Ich habe auf Kaitak einen kleinen Cargotest unternommen, um "das einfach mal gemacht zu haben" :) ich habe es auch hinbekommen, die Maschinen (737-700C, 777F) zu füllen. Leider aber schreibe ich trotz 100% Auslastung (im Beispiel einer 737 sind das 182 FE) -48% Verlust bei 115% über Standardpreis. Profitabel fliegen ausschließlich die 777F, dann aber gleich richtig mit bis zu 100.000 AS$ Gewinn bei 100%.

Wie ist es möglich, auch mit den mittelgroßen Maschinen profitabel zu fliegen?

Neue Frachtzentren bauen, um den Abfertigungspreis zu senken?

Maschinen kaufen, um die Abschreibung zu senken?

Frachtpreis horrend erhöhen?

Natürlich könnte ich das alles machen, aber ich möchte gerne die Erfahrenen Frachter unter Euch fragen, ob es da eine bestimmte Stellschraube gibt, die mir bislang verborgen blieb?!

Ich danke mal im Voraus :)

Wie immer - und bei der Fracht vielleicht noch etwas mehr - kommt es darauf an, wie die äußeren Umstände sind und was du mit dem Einsatz bezweckst.

Die 737-700C ist zu normalen Leasingkonditionen nur auf Mittelstrecken wirklich performant. Auf Kurzstrecken ruinieren die Turnaroundzeiten die Performance. Zwar bekommt man das immernoch profitabel hin, aber zumindest bei mir kommt die 73C auf Kurzstrecken nur dort zum Einsatz, wo es mir mehr ums Volumen als den Ertrag geht. Auch bei den anderen neuen/neueren Frachten sind Narrow Bodies auf der Kurzstrecke schwierig.

Die 777F ist ... auch dank der Spritkosten ... momentan sehr gut und gegebenenfalls gebraucht auch ein Schnäppchen. Wenn du sie voll bekommst, sind 100k immer drin, aber auch das doppelte.

Neue profitable Maschinen sind idR immer besser als Frachtzentren, Frachtzentren aber dennoch eine gute Investition.

Frachtpreise nach oben treiben ist immer ein Ansatz ... kommt halt auf die Wettbewerbssituation an.

Maschinen kaufen halte ich nicht für günstiger, schließlich geht es zu Lasten deiner Liquidität. Aber wenn einem die nichts wert ist, dann kann man damit auch Maschinen kaufen. ^^ Jedenfalls im Frachtbereich nicht ganz der falsch.

Zurück zur 73C - die auf Mittelstrecken ist eine gute Sache und schonen Slots. Auf Kurzstrecken, so lästig das auch sein mag, bleibt eigentlich nur die ATR.

Und nein, was die Kosten / Preise betrifft, hast du die Stellschrauben mit Ausnahme eines niedrigen Wartungsverhältnisses genannt. Ein gutes Netzwerk erleichtert es allerdings höhere Preise durchzusetzen.

Auf Kurzstrecke geht eigentlich nur die ATR, noch kleinere Maschinen habe ich nie richtig profitabel hinbekommen.

Ich mag die 737-700C, wobei ich sie kaum noch zwischen großen Hubs einsetze, da fressen die Landegebühren die Einnahmen auf. Zu 4er-Flughäfen ist sie auch mit 100%-Preisen rentabel (~10%). Die Alternative ist die größere Tu-204, deren lange Lieferzeiten mich aber von einem Einsatz abhalten.

Bei 767/A330 scheiden sich die Geister. Die 767 erscheint mir rentabler, die A330 ist durch die zwei Ausführungen flexibler einsetzbar.

Mein Lieblingsflugzeug im Fracht-Bereich ist und bleibt die 747-8F. Auf den Rennstrecken ist sie mit 70% Auslastung noch in den schwarzen Zahlen und voll sind locker 150k Gewinn machbar (bei 100% Preisen). Das ist auch der Grund, warum ich sie auf Strecken einsetze, die ich nicht ausgelastet bekomme, die A330 aber eine zu geringe Reichweite hat. Die 777 wäre denkbar, mir reichen aber vier Wartungskategorien aus.

Danke Euch für Eure ausführlichen Antworten!! :)

derpendja, was Du schreibst ist genau meine Frage: "Zu 4er-Flughäfen ist sie [737C] auch mit 100%-Preisen rentabel (~10%)". Ich fliege ja genau diese Maschine und sie ist randvoll, das Wartungsverhältnis betrag 110%, der Preis 115% und ich mache 4400 AS$ Verlust - warum? Wie bekomme ich mindestens eine schwarze Null hin?

Auf welcher Distanz? Neue Maschine oder gebraucht? Wenn gebraucht, wie alt?

4.400 Verlust scheint mir aber etwas viel. Hast du mal nen Screenshot der Kostenrechnung?

Gern. :)

Maschine 737-700C, Alter 6,3 Jahre, Distanz 301 km.

[url=http://www.directupload.net]35pjzthm.jpg[/URL]

[url=http://www.directupload.net]fr4hpyku.jpg[/URL]

[url=http://www.directupload.net]5xrrs8ik.jpg[/URL]

Klar, die Strecke ist jetzt extrem kurz. Aber bei längeren Strecken (< 1000 km) mit ähnlichen Parametern verliere ich immer noch 10%.

Bei 51 AS$ ist mehr nicht möglich, dafür ist die Strecke zu kurz. Unter 800km bzw. 100AS$ pro Einheit geht nur die ATR72

So ist's. 300 km sind mit ner 73C - lässt man mal Frachtterminals außen vor - profitabel nicht zu machen. Das liegt zum einen an der in dem Fall noch günstigen Leasingkosten und an den Wartungskosten, die in dem Fall vor allem durch den Start und Landung entstehen.

Je nachdem wieviel Wettbewerb mit anderen Vollfrachtern besteht, sollte ein höherer Preis drin sein. Wie derpendja aber schon sagt, macht auf der Kurzstrecke nur die ATR Sinn. Außer dir geht's nicht um das Ergebnis, sondern das Volumen für Anschlussflüge, aber das ist ein anderes Thema.

Aus meiner Erfahrung setze ich, mal Slotmangel ausgeklammert, die 73C erst ab etwa 1.200 km ein. Dennoch fliegen inzwischen ne Menge Tu210/214 und 73Cs bei mir auch deutlich kürzere Strecken, da man anders der Nachfrage nicht immer gerecht werden kann.

Gilt das grundsätzlich? Das würde meine strategischen Planungen ja mächtig erleichtern :)

Wie schaut es denn mit Altmetall aus? Electra zum Beispiel oder 727, DC-8, BAe-146?

Der Performancevorteil der ATR auf kürzeren Strecken gilt grundsätzlich. Wie gesagt, der limitierende Faktor sind dann eher die Slots an aufkommenstarken Zielen, insbesondere dann, wenn das auch Passagierflughäfen sind.

Altmetall fliege ich grundsätzlich nicht. Mitunter kann das um schnell zu wachsen sinnvoll sein. Das Wachstum ist aber durch die verfügbaren Maschinen limitiert und im Zweifel braucht man mehr Wartungskategorien, was die Sache auch nicht attraktiver macht. Dazu ist man abhängiger von den Spritpreisen und irgendwann wird man die Maschinen dann doch austauschen und das ist mit ner Menge Aufwand verbunden.

Das Altmetall würde ich, wenn überhaupt, nur dann einsetzen, wenn ich mit der jeweiligen Airline nur ein sehr begrenztes Wachstum anstrebe und dann auch mehr weils nett ist die alten Maschinen zu bewegen.