Tripreport - O'zbekiston, Ausflug an die Seidenstraße Teil 3 (Khiva)

Nun also herzlich willkommen zum dritten und letzten Teil des Usbekistan-Reiseberichtes. :)

Dies mal ging es nun also nach Khiva, einer Oasenstadt etwa 45km von Urgench entfernt. Nach dem wie gesagt eher langweiligen Flug mit einem nagelneuen A320 der Uzbekistan Airways. Khiva liegt übrigens nahe der turkmenischen Grenze, man kann auch ein Ausflug ins Nachbarland machen, allerdings sollte man sich dann vorher um entsprechende Visa kümmern, unser Visa beispielsweise war nur für eine einfache Reise nach Usbekistan gültig. Unser Taxi war übrigens ein alter Daewoo mit über 200.000km auf der Uhr, dafür aber mit LCD-Bildschirmen in der Kopfstützte der Vordersitze und Surround-Sound. :shock:

Die ganze Stadt Khiva ist wie es im Reiseführer so schön hieß nahezu ein einziges Freilichtmuseum, weil eben von einer großen Mauer umgeben eine komplette Altstadt mit Minaretten, Medresen, Mausoleen, altem Herrschersitz und anderen Gebäuden erhalten ist.

Vor Ort gibts auch eine Karte, welches das schön zeigt:

Äußere Stadtmauer, direkt an unserem Hotel:

Einer der Eingänge.

Gegen ein kleines extra Handgeld kann man auch hier den ehemaligen Wachturm besteigen und den Blick über die Stadt schweifen lassen

Ein lustiges "Minarett" - es sollte damals das größte der Stadt werden, allerdings gabs bald schon statische Probleme, sodass der Bau irgendwann abgebrochen wurde, und noch ein kleiner Stumpf blieb:

Auch hübsch…

Schöner Innenhof mit Brunnen

Noch eines der vielen repräsentativen Tore - mittlerweile kennt ihr sie ja :wink:

Hier gibts sogar ein Restaurant…

Die komplette Altstadt von Khiva ist wunderschön. Neben den Festungsmauern, alten Wohnhäusern und Mausoleen sind es natürlich wie so oft die Moscheen, die besonders prächtig gebaut wurden. Hier eine Freitagsmoschee, deren Dachkonstruktion von über 200 handgeschnitzten und verzierten Säulen gestützt wird. Die Baumstämme der Säulen sind teilweise über 1000 Jahre alt

Schönes Abendlicht.

Da der erste Versuch eines hohen Minarettes gescheitert war, bleibt folgendes schönes Bauwerk der Sieger: das Xo’ja-Minarett. Mit 45m ist es nicht nur ein wenig kürzer als das gezeigte aus Buchara, sondern auch ganze 800 Jahre jünger. Schön ist es trotzdem

Ein kleiner Griff in die Hosentasche ermöglicht auch hier den Aufstieg. Die Treppen sind unfassbar dunkel (die kleinen Fensterchen alle paar Meter spenden nur kurzzeitig etwas Licht), unfassbar steil und gleichen sich im Bezug auf Höhe, Breite und Länge in keinster Weise. Dies macht den Aufstieg sowohl spannend als auch anstrengend, insbesondere bei Gegenverkehr…

Die Aussicht entäuscht aber auf keinen Fall

Außen sieht man auch die Stadtmauer und damit quasi die "Umrisse" des "Museums"…

Etwas weiter außerhalb…

Lehmhäuschen sogar mit kleinem Turm…

Noch ein schöner Eingang zur Stadt…

Nagut so ging es dann auch in Khiva zuende und wir machten uns wieder mit dem Taxi auf den Weg nach Urgench. Dort angekommen hatten wir eigentlich auf einen Flug mit einer IL-114 gehofft, weil diese die einzige Maschine am Platz war. Es stelle sich allerdings heraus, dass sie nur ein Zusatzflug war, der 10 Minuten vor unserem gebuchten stattfand, der dann leider auch mit einem A320 ausgeführt wurde. Der Flug war ausgebucht, daher wohl der Zweite… naja, kann man nix machen…

Nach nochmals einem schönen Tag in der Hauptstadt Tashkent, dem Einkauf einiger Sowjet-Abzeichen für ein paar wenige Dollar ging es dann auch wieder auf dem gleichen Wege zurück wie wir gekommen sind: Mit einem Uzbekistan Airways A310-300… diesmal wieder der UK31003, also der neuere und etwas komfortablere, welcher uns schon von Samarkand nach Tashkent geflogen hatte.

Neben uns noch eine Air Astana - der Hintergrund ist aber interessanter…

Der Rückflug war an einem Dienstag, ziemlich schlecht gebucht, ich schätze mal so in etwa 30 Passagiere in allen 3 Klassen zusammen…

Noch ein Blick aufs gegenüberliegende neue Inlandsterminal, wo wir ja auch einige Male abgeflogen sind

Und noch ein Blick nach dem Start auf den gesamten Flughafen TAS

Essen.

Versalzener See in der Wüste…

Anflug auf Genf…

Dann gings weiter nach Madrid, mittlerweile nur noch mit ca. 20-25 Pax…

Abends in Madrid angekommen machten wir uns auf den Weg in die Stadt.

Am nächsten Morgen wurden wir früh wach, vor unserem Hotel gab es großes Getöse in der Nacht, bereits gegen 5 Uhr morgens fuhr schweres Gerät auf und wir dachten "nanu, was ist hier los". Ein Blick aus dem Fenster offenbarte Pferdeanhänger, große LKW, Militärpolizei und andere Maschinen… Ahh, es war ja Nationalfeiertag in Spanien, und diesem Anlass gab es eine Parade. Da wir schonmal dort waren, haben wir uns diese dann natürlich auch angeschaut… daher noch ein paar Fotos quasi als Anhang.

Reiter

Königliche Garde - der König selbst fuhr auch vor, allerdings war es die ganze Zeit so voll und eng, dass nur sehr wenige der Bilder überhaupt gelungen sind. :?

So langsam wurde das Gerät schwerer…

Noch schwerer…

Und bei den “Dickerchen” bebte dann richtig die Erde :)

Auch die Luftwaffe war dabei - da ich auf der Reise nicht geplant hatte zu spotten, war natürlich kein ausreichendes Objektiv dabei, daher haben folgende Fotos natürlich keine Spotterqualität, trotzdem mal ein paar Exponate der Fuerza Aerea.

F-18

Mirage

Eurofighter

Löschflieger

Schöne 707

Und natürlich als abschließendes Highlight flog die Patrulla Aguila über die Dächer von Madrid.

Am Abend ging es dann mit einem CRJ-900 der Eurowings wieder nach Düsseldorf, wieder unspetakulär und etwas verspätet.

Das wars dann auch schon mit der Reise. Usbekistan hat mir sehr gut gefallen und ich hoffe, ich konnte euch ein paar Impressionen davon übermitteln, vielleicht verirrt sich ja wirklich der ein oder andere auch mal dort hin. :D

LG

Sven

Wieder topp Bericht…ABER:

Im Singular heißt es Visum, nicht Visa :stuck_out_tongue:

Plural doch auch oder?

EDIT - stimmt, doch Visa ;)

Und ja, toller Bericht - sehr interessanter "Urlaub", den ihr da gemacht habt.

Plural = Visa . Im Englischen aber Singular wie Plural "Visa". Nachdem wir das geklärt haben:

Ich habe alle drei Teile mit sehr viel Interesse gelesen - tolle Eindrücke, schön geschrieben und die ein oder andere nützliche Info dazwischen. Sehr schön, vielen Dank :) . Einzig das Herumhacken auf dem A320 finde ich überflüssig, IL114 hin oder her ;) .

Jaaa… Visum müsste zumindest auf deutsch Richtig sein… danke. Dadurch, dass es auf den Dokumenten immer in englischer Sprache steht, ist man fälschlicherweise leicht geneigt auch einfach Visa zu schreiben.

Hihi, das muss man natürlich mit einem kleinen Augenzwinkern sehen. Nüchtern betrachtet, ist der 320 ein super Flugzeug, aber eben auch sehr langweilig, überall verbreitet und nichts besonderes. Was Komfort, Geräuschlevel usw. angeht in dem Segment wohl schwer zu überbieten, aber mir persönlich geht eben der Einheitsbrei ein wenig auf die Nerven, sodass ich mich immer freue wenn ich in Länder komme, wo ich nochmal etwas anderes, interessantes fliegen kann wie TU-134, DC-9 oder halt auch eine IL-114.